politisch Philosophisches
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Glühwürmchen - Zeichen der Hoffnung
Ein gutes Gefühl und ein Zeichen der Hoffnung. Pasolini hat vor einem halben Jahrhundert das Verschwinden der Glühwürmchen als Symbol für die Destruktivität der Konsumgesellschaft beschrieben.
Bleibt uns vielleicht doch genug Zeit, unsere Lebensweise naturgerecht zu gestalten?
Update 23/6/2008: Auf einem Sommerfest werd ich aufgeklärt: Das Leuchten ist gewissermaßen ein Brunftverhalten. Nach der Paarung besteht dafür kein Bedarf mehr.
Der Mensch ist ein politisches ...
"Der Mensch ist ein politisches Tier", dieser Satz von Aristoteles gehört wohl zu den berühmtesten philosophischen Weisheiten. William David Ross, ein schottischer Philosoph, hat dafür eine sympathische andere Übersetzung gefunden: "Man is born for citizenship".
In den "Politikai" des Aristoteles (geschrieben 350 v.Chr.) werden wir auch in aller Bestimmtheit darauf hingewiesen: Wer nicht in eine menschliche Gemeinschaft eingebunden ist, ist entweder ein Barbar oder ein Gott.
Zweiteres trifft auf uns, liebe LeserInnen, wohl nicht zu, also werden wir uns wohl bemühen, gute Citizens zu sein und noch bessere zu werden.
(greek letters)
Schnell einen Fallschirm bauen ...
"Es ist ein bisserl wie das Abspringen von einer Klippe und man muss den Fallschirm erst erfinden, bevor man unten aufschlägt."
So beschreibt Michael Hanemann vom California Climate Change Center die gesetzlichen Vorgaben der California State Assembly, die Treibhausgase bis 2020 auf den Stand von 1990 und bis zum Jahr 2050 um vier Fünftel zurückzudrosseln. (Kleine Zeitung, 28.1.2007, S.4)
Ist das nicht auch eine Art von "Strategie", wie eine Regierung sich selbst dazu bringt, etwas Vernünftiges zu tun - weil man sich anders nicht vernünftig steuern kann. Jedenfalls ist der freie Fall über festem Boden ein starkes Motiv, rasch zu handeln!
Hannah Arendt, Homer und die Demokratie

Was die Objektivität anlangt, erscheint Hannah Arendt naiv - und trotzdem spricht sie eine wichtige Wahrheit aus, die uns alle - ob politische Beobachter, Trainer oder Akteure - inspirieren kann.
antigone in der biblioteca de catalunya
am gründonnerstag in der biblioteca de catalunya in barcelona die antigone von sophokles gesehen - in catalan, d.h. kein wort verstanden. ein tolles theatererlebnis.
das - bekannte - thema, das sophokles behandelt, ist der widerspruch zwischen göttlichem und weltlichem gesetz. ein anderer widerspruch aber ist eigentlich noch ärgerlicher: der widerspruch zwischen einem geltenden schlechten gesetz (polyneikes darf nicht begraben werden) und der forderung nach seiner aufhebung oder nach einem guten gesetz.
hat sophokles den psychoanalytikern, die ich hier kritisiert hab, was voraus?
recht und psychoanalyse
einige male hab ich in den letzten jahren veranstaltungen besucht, in denen das verhaeltnis von psychoanalyse und recht eroertert wurde - immer zu meiner grossen enttaeuschung. die psychoanalytiker scheinen ganz versessen auf das gesetz und verabsolutieren es - als ob es keine schlechten gesetze gaebe. eigentlich sind sie ja doch die kenner der menschlichen leidenschaften, des triebhaften, der gefuehle. vor dem parlament sind statuen der rossebaendiger - zu recht, doch in diesem sinnbild ist immerhin beides enthalten: die stuermische kraft der leidenschaft UND die zuegel, die sie baendigen. dass ausgerechnet die analyse NUR den bedarf nach ordnung sieht, macht muede.
kuerzlich auf einer veranstaltung im parlament, die ausdruecklich im titel eines referates auf den politischen alltag bezug nimmt: kein einziges der vielen aktuellen politischen themen (bawag, migration, zweisprachige ortstafeln, vorwahlkampf ...) die angesprochen wurden. es macht den eindruck: man will den glanz einer anspruchsvollen themenstellung - aber man will nicht das risiko eingehen, sich die finger zu verbrennen und auch die muehe vermeiden, die es mit sich bringt, die erkenntniss der psychoanalyse mit den niederungen der politik in beruehrung zu bringen.
man kann kaum glauben, dass freud`s analyse einmal brisant war. seine nachfolger jedenfalls sind langweilig und angepasst.
Zufall, intelligent design oder nur "des schrecklichen Anfang"



Ist das Schöne in unserem Leben im Grunde schrecklich, weil es ein Zufall ist?
"Wir alle fallen ...
Diese Hand da fällt und sieh dir andere an, es ist in allen.
Und doch ist einer welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält"
Was hat das mit Politik zu tun?
Das Fallen - auch der Zu-Fall - sind ein auffälliges Merkmal gerade des "menschlichen Teils der Schöpfung". Es ist verfänglich und verschleiert unsere Augen (die Forscheraugen und unsere Augen als Citizens) ein Design anzunehmen, das außerhalb unserer Verantwortung liegt.


